January 15th, 2010
Chinesen. Wirtschaftsform Kapitalismus. Staatsform Diktatur. Gesellschaftsform Fragezeichen. Wer sind die Chinesen? Wie ticken sie? Wie verstehen sie sich, die Welt, ihre Rolle in dieser? Sind sie berechenbar, vertrauenswürdig, glaubwürdig? Meinen sie es gut mit uns, schlecht oder weder noch?

Bei mir Unbehagen, Skepsis, Vorsicht. Gleichzeitig Faszination, Bewunderung, Adrenalin. Vielleicht geht es den Chinesen genauso. Manche Experten, nicht wenige, halten Mao und die Kommunistische Partei Chinas für die größten Verbrecher des 20. Jahrhunderts. Kulturrevolution. Massensterben. Ungerechtigkeit im großen Maßstab. Alles nur ca. 40 Jahre her. Reich der Mitte. Mitte wovon?

Google. Rein nach China oder Finger weg? Google bedeutet Informationen. Offen, geteilt, blitzschnell. Keine Barrieren. Keine Grenzen. „Wir sorgen für information flow. Sie erlauben uns, etwas Werbung zu machen. Und später dann andere Dienste.“ Die Welt macht mit. Auch ich. Siehe die auf Google gerichteten keywords in dieser Blogpost. Also rein nach China. Wie jedes andere Unternehmen. Amerikanische wie deutsche. Wie die Lemminge? Hängt von der Tiefe des Abgrundes ab. Vielleicht.

Wer wagt zu sagen: „China? Nein, machen wir nicht mit.“ Nicht nur, weil die Chinesen nach anderen Spielregeln spielen. Vielmehr, weil man die eigene Seele nicht verkaufen will. Nur die Mutigen. Die Aufrechten. Chinesen als Teufel? Nein. Nicht ganz. Wir im Westen Engel? Ganz sicher nicht. Schon gar nicht die Christen unter uns. Im Gegenteil. Die Warnungen, der Auftrag. Sie sind eindeutig. Erst den Baumstamm im eigenen Auge herauspicken, ehe man den Splinter im Auge des Anderen kritisiert.
Hacking. Cyberspionage. Gegen Google. Gegen den Westen. Gegen uns. Staat, Wirtschaft, Sicherheitsapparat. Was tun dagegen? Moment. Tun wir nicht das Selbe in Richtung China? Sogar in Richtung der eigenen Verbündeten? In Richtung der eigenen Bevölkerung? Siehe 9/11, NSA, US-Telekomunternehmen. Wer sagt, Demokratien, Rechtsstaaten können nicht verkommen, sich nicht verbiegen, sich nicht in Diktaturen wandeln? Immer erst vor dem eigenen Haus kehren.

Gibt es Spielregeln? Sollte es welche geben? Thema Information Sharing. Ein leidiges im Bereich deutsch-amerikanischer Zusammenarbeit. Integration. Post-merger. Herrschaftswissen exkommunizieren, verbannen, in die Wüste schicken. Nicht ganz einfach. Wer von uns ist bereit? Heute. Alles, was er denkt und macht, transparent zu machen? Politiker. Manager. Spezialisten. Auch Nachbarn. Partner. Eltern mit Kindern. Und umgekehrt. Sag‘ ja, wenn Du ja meinst. Nein, wenn Du nein meinst. Meine Güte. Wer hat den Mut dazu? Einerseits. Andererseits, stellen wir uns vor, was das positives auslösen würde!
Transparenz. Angst vor China. Unbehagen. Sich rüsten, aufrüsten. Die ebenfalls. Wir dann wieder. Kennen wir doch, diese Dynamik. In Angst leben. Mensch gegen Mensch. Unfrei sein. Durchbrechen durch diese Muster. Es geht. Muss gehen. Nicht alles auf einmal. Wäre zu radikal. Erzeugt heftige Gegenreaktionen. Aber doch Schritt für Schritt. Eine Bewegung. Jeder fängt mit sich an. Hand aufs Herz. Wir wissen schon. Ehrliche Menschen. Mit reinen Absichten. Die, die sich nicht fürchten, können es, machen es.
Die anderen haben Angst vor Transparenz. Tierische Angst. Instinkte. Todesangst. Sie spüren es sofort. Werden enttarnt, entlarvt, exposed. Manche werden die Kurve kriegen. Mitmachen, mitgestalten. Andere werden sich isolieren. Man wird ihnen die Hand reichen. Sie müssen aber auch zugreifen. Der freie Wille. Eines der größten Geschenke, die wir erhalten haben. Freiheit. Aber Verantwortung. Eigenverantwortung. We define ourselves as human beings through the choices we make. Eine der vielen Aussagen meines Jesuiten Onkels, die mich prägen. The schemers, die Verschwörer, die, die lieber in der Dunkelheit agieren, die ihr Gesicht nicht zeigen, werden sich entscheiden müssen. Für oder gegen das Licht.

Lassen Sie uns aber mit uns selbst anfangen. Deutsche. Amerikaner. In Unternehmen. In Teams. Kollege zu Kollege. Lassen Sie uns keine Informationen horten. Lassen Sie sie uns sofort teilen. Offen, ohne Bedenken. Versuchen wir, uns nicht zu fürchten, uns nicht voreinander zu fürchten. Mit Fingern auf Chinesen zeigen, aber selber nicht offen sein. Aufgepasst brothers and sisters. Heuchelei. Wie ein Krebsgeschwür.
Warum sollte nicht jedes Gespräch, jede Email, jede Information, mehr noch, jede Absicht unserer Vertreter (Politiker) nicht uns, den Wählern, den Bürgern voll und ganz offen, transparent, leicht zugänglich sein? Die handeln in unserem Auftrag, mit unserem Geld, mit unseren Zielen und Hoffnungen. Sie sind auch unsere Nachbarn, die Politiker. Kommen aus dem Volk. Sie sind wir. Wir sind sie. Wo ist das Problem?
Warum sollte es innerhalb eines Unternehmens anders sein? Eines Unternehmens, in dem Deutsche und Amerikaner zusammenarbeiten? Öffnen Sie sich. Share your information, your knowledge, thoughts and analyses. Sie sind Kollegen. Zusammen erreichen sie unvorstellbar viel. Getrennt dümpeln Sie vor sich hin. Das können wir uns nicht leisten. Uns, unseren Familien, communities, Völkern, our way of life, our beliefs.
Und Google. China. Der Westen und China. Ich sage, we stick to our beliefs, live our beliefs, trust in our beliefs. Transparenz. Offenheit. Information Sharing. Unreguliert. Frei. Frei sein. Vertrauen haben. In uns. Ineinander. Andere werden folgen. Auch die Chinesen. Die wollen sicher auch frei sein.
