Deutsche und Amerikaner. Verstehen wir uns?
Jeder zweihundertste Arbeitsplatz in den USA wird von einem deutschen Unternehmen gestellt – insgesamt 670.000. Jeder fünfunddreißigste Arbeitsplatz in Deutschland wird von einem amerikanischen Unternehmen gestellt – insgesamt 800.000.
Seit der Wiedervereinigung sind die US-Investitionen in Deutschland um das Vierfache gestiegen, deutsche Unternehmen investieren das Siebenfache in den USA, alleine in den Südosten der USA fließt mehr als sämtliche europäische Investitionen in China.
Investition, Handel, Forschung und Entwicklung. Aber auch Tourismus, Schüler- und Studentenaustausch, Städtepartnerschaften, unzählige Familienverbindungen. Und die Politik in Berlin, Brüssel und Washington. Eine komplexe Verflechtung. Entscheidend für Deutsche und Amerikaner.
Aber die Frage bleibt. Verstehen wir uns?
Als in Deutschland lebender Amerikaner versuche ich seit zwanzig Jahren die unterschiedlichen „nationalkulturellen Festverdrahtungen“ zu ergründen. Unterschiede im Denken und daher auch im Handeln, bei Fragen, die für unsere Zusammenarbeit, unser Zusammenleben grundlegend sind. „Variety is the spice of life“, würde meine Mutter sagen. Gut so. Solange wir diese Unterschiede bewusst wahrnehmen und lernen, konstruktiv damit umzugehen.
Wie soll man die Komplexität kultureller Divergenzen vermitteln? Ein Sachbuch? Das wäre zu trocken. Autobiografisches? Das wäre zu pathetisch. Vielleicht eine Kombination aus beidem. Kurz, anschaulich, erzählerisch. Menschen denken – und leben – in Stories. Wir wollen uns verstehen. Fangen wir an!
Bonn, im Sommer 2009
John Otto Magee
Lassen Sie uns aber mit uns selbst anfangen. Deutsche. Amerikaner. In Unternehmen. In Teams. Kollege zu Kollege. Lassen Sie uns keine Informationen horten. Lassen Sie sie uns sofort teilen. Offen, ohne Bedenken. Versuchen wir, uns nicht zu fürchten, uns nicht voreinander zu fürchten.
Macht und Einfluss: Weil Deutsche produkt- und fertingungsorientiert sind, streben sie instinktiv nach der Kontrolle über interne Prozesse. Da Amerikaner der Meinung sind, dass alle Aktivitäten an den Markt orientiert werden sollten, streben sie das Sagen zu Markt und Kunden an.